Jahrelanger Protest erfolgreich: Streichung der B93n und Ortsumgehung Lauter aus dem Bundesverkehrswegeplan

Ulrike Kahl, Vorstandsmitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßen die Mitteilung der Sächsischen Staatsregierung aus dieser Woche, den Ausbau der B93 über den Erzgebirgskamm nach Tschechien nicht wieder für den Bundesverkehrswegeplan vorzuschlagen. Bleibt es dabei, würde dies die endgültige Streichung und das Aus für das Straßenbauprojekt bedeuten.

Dazu Ulrike Kahl, Vorstandsmitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN:

"Der jahrelange Protest gegen das Vorhaben hat Wirkung gezeigt. Der Erhalt des vorhandenen Straßennetzes muss Vorrang vor dem Bau von neuen Straßen haben. Finanzprobleme und das Schrumpfen der Bevölkerungszahl lassen solche Projekte nicht mehr zu. Erst reicht nicht, wenn die ökologische Schadenshöhe der geplanten Trasse durch die Wälder des Westerzgebirges unbezifferbar ist. Wir freuen uns, dass die Landesregierung endlich zur Vernunft gekommen ist."

Die Erzgebirgs-GRÜNEN haben die Bürgerinitiative gegen den Bau der B93n seit Jahren bei ihren Protesten unterstützt und viele Veranstaltungen gegen die Straße gemeinsam bestritten. Vor zwei Jahren bekundeten selbst "Die Randfichten" in einem Benefizkonzert für die Bürgerinitiative ihren Protest gegen die sinnlose und umweltzerstörerische Trasse.

Alternativkonzept der GRÜNEN für Lauter liegt auf dem Tisch

In Hinblick auf die ebenfalls bekannt gewordene Streichung der Ortsumgehung Lauter aus dem Bundesverkehrswegeplan, wird es nun darum gehen, die bereits vor Jahren von den GRÜNEN initiierten Vorschläge für einen Ausbau der Ortsdurchfahrt umzusetzen. Schon im Jahr 2011 hatte der Kreisverband das Dresdner Planungsbüro Dr. Hunger beauftragt, Konzepte zu entwickeln, die in Lauter die Auswirkungen von Verkehr, Sicherheit und Lärm ohne größeren Aufwand in einem überschaubaren Zeitrahmen minimieren könnten. Diese hatten sie Bürgermeister Thomas Kunzmann im März 2011 im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion vorgestellt. Hierbei handelt es sich um Änderungen, die sich mit einem vergleichsweise geringen finanziellen Budget realisieren lassen und schon mittelfristig Abhilfe für die geplagten Lauterer Bürgerinnen und Bürger schaffen könnten.

Alle vom Straßenbauamt vorgelegten Varianten hätten außer dem Verschlingen von Steuergeldern in Millionenhöhe Umweltschäden und die Zerstörung von Existenzen durch Häuserabriss zur Folge gehabt.