Klimaschutz und Datenautobahn: Breitbandinternet hilft auch beim Energiesparen

Die fehlende Anbindung ländlicher Regionen an das Breitbandinternet schneidet auch das Erzgebirge von neuen Einsparpotentialen beim Energieverbrauch ab.

Wie die Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet, können Konsumenten mit Hilfe von digitalen Stromzählern die Energiefresser in ihrem Haushalt identifizieren, um sie durch sparsamere Geräte zu ersetzen. Daneben bietet die neue Messtechnik die Möglichkeit, bestimmte Geräte nur dann zu benutzen, wenn der Stromtarif besonders günstig ist, also etwa nachts. Auch bekommen die Verbraucher auf diesem Weg eine exakte Monatsabrechnung und müssen nicht länger pauschal geschätzte Abschlagszahlungen im voraus leisten.

Technische Voraussetzung dafür ist allerdings ein Breitband-Internetanschluss. Der Verbrauch wird nämlich vom Zähler im Keller über die Stromleitung des Hauses an einen sog. Router übertragen, der die Daten über das Internet dann ins Rechenzentrum schickt. Auf dem Computer können die Verbraucher schließlich die Verbrauchskurve ihres Haushaltes abrufen.

Durch den flächendeckenden Einsatz dieser Technik können die Verbrauchsspitzen signifikant geglättet werden, sodass die bestehenden Kraftwerke effizienter laufen können. Wenn der Stromverbrauch aus diesen Zeiten herausverlagert wird, müssen die Stromversorger nämlich weniger Spitzenlast vorhalten, was die Energieerzeugung auch günstiger macht und zudem das Klima schont.

Die Online-Vernetzung des Stromverbrauchs einzelner Haushalte bietet zudem die Chance für eine breite Dezentralisierung des Kraftwerksparks, der sich heute noch größtenteils im Griff von preistreibenden Oligopolisten befindet. Anstatt aus wenigen großen Kraftwerken kommt Strom dann aus vielen kleinen Kraftwerken mit erneuerbaren Energieträgern, ohne dass die Energieversorger die Schwankungen abfedern müssen. 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge fordern vor dem Hintergrund dieser technischen Effizienzrevolution beim Energieverbrauch einmal mehr die Anbindung ländlicher Regionen an die Datenautobahn des Breitbandinternets. Es kann nicht sein, dass die Verbraucher im Erzgebirge von den neuen Einsparmöglichkeiten abgeschnitten bleiben. Die anhaltende Untätigkeit der sächsischen Staatsregierung in diesem Punkt ist technikfeindlich und vereitelt wichtige Entwicklungschancen nicht nur im Energiesektor.

 

Zum Nachlesen:

FAZ Nr. 281 vom 01.12. 2008, Seite 13, abrufbar unter 

http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E1A7E0BEA977B44DCACD4C2244075C694~ATpl~Ecommon~Scontent.html