Leserbrief: Kein Asphalt durch den Wald!

Eine kleine, schmale Straße mitten durch unberührtes und  touristisch genutztes Waldgebiet, die über 40 Jahre lang gesperrt und damals äußerst wenig frequentiert war, soll durch Sanierungsmaßnahmen wieder für den Fahrzeugverkehr freigegeben werden.

Das Ansinnen ist nicht neu, lediglich das Vorhandensein zweier bis 2006  ausgewiesener Trinkwasserschutzgebiete zwischen Jägerhaus und Steinheidel hielt die Verkehrsplaner bisher von der Umsetzung dieses Projektes ab. Doch nun, da alle Stolpersteine aus dem Weg geräumt und Gelder aus dem Konjunkturprogramm zu sprudeln beginnen, erwachen wieder Begehrlichkeiten zur Renaissance des entsprechenden Teilstückes der S 273. 

Gegen die banale Reparatur einer normalen Ortsverbindungsstraße zwischen Bockau / Sosa und Erlabrunn/ Johanngeorgenstadt mag man auch schwerlich etwas einzuwenden haben. Doch als Entlastungsstraße für den Verkehr aus Aue in Richtung Johanngeorgenstadt/Grenze (man stelle sich nur die Ortsdurchfahrt von Bockau vor!) kann eine solche, nicht ganzjährig befahrbare Straße mit ihren Steigungen, der Tonnagebegrenzung auf 3,5 t  und in ihren derzeitigen Abmessungen, wo die Fahrbahnbreite kaum Raum für zwei PKW lässt, nicht dienen.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass diese Straße in fünf oder zehn Jahren als zu schmal und zu langsam gelten wird und die Bockauer Anwohner nach Einbuße ihrer Lebensqualität durch Lärm und Immissionen nach einer Ortsumgehung rufen.

Drum währet den Anfängen, denn hat man den Fuß, besser gesagt, das Auto, erst einmal in diesen sensiblen Naturraum gesetzt, ist dieses große Waldgebiet „weichgeklopft“ - vor allem zur Freude der Asphaltlobbyisten und der Verfechter einer B 93n!

Als Anwohner der Jägerhäuser Straße in Antonsthal, nahe des Einmündungsbereiches in die Talstraße, kann ich übrigens seit dem Beitritt Tschechiens zum Schengener Abkommen entgegen der allgemeinen Behauptung nur ein rückläufiges Verkehrsaufkommen konstatieren.

von Ulrike Kahl, veröffentlicht in der Freien Presse, Lokalausgabe Schwarzenberg am 26. Februar 2009.