Leserbrief: Windrad in Crandorf

Zum Artikel "Behörde ´schiebt´ Windrad in Crandorf an"

Freie Presse, Lokalteil Schwarzenberg, vom 19.08.2008

 

Ich freue mich jedesmal, wenn ich im Erzgebirge unterwegs bin und

entdecke auf einzelnen Dächern neue Solaranlagen oder sehe in

Grundstücken anderweitige Hinweise, dass hier Energien regenerativ

genutzt werden. Sind derartige Anlagen doch Zeugnis dafür, dass es

auch im Erzgebirge engagierte Menschen gibt, die einen Beitrag zu einem

bewussten Umgang mit knapper und teurer werdenden Energieressourcen

leisten möchten. Und das sind bei weitem nicht alles Grüne oder

Umweltaktivisten.

Der entstehende ideelle Wert aus solchen erneuerbaren Energieanlagen

ist dabei fast noch bedeutungsvoller, als der materielle, der ganz

sicher nicht üppig ist, rechnet man die Investitionskosten hinzu.

Eine Tapferkeitsmedaille verdient, wer sich in seinem Bestreben, eine

Kleinstwindkraftanlage auf seinem Grundstück zu errichten, auch nicht

von Gremelinchen in Stadt- und Ortschaftsrat und deren in diesem Fall

ideologischen Denkweisen ausbremsen lässt.

Die Ortschaftsratsvorsitzende befürchtet Nachahmungseffekte und die

Oberbürgermeisterin von Schwarzenberg sieht eine Beeintächtigung der

Landschaft.

In jüngster Zeit entstehende gigantische Brückenbauwerke oder andere

manchmal architektonisch zweifelhafte Bauten in unserer Region fallen

im Gegensatz zu einem 10 Meter hohen Mast natürlich nicht ins

Gewicht.

Hin und wieder sind solche Argumentationen einfach erbärmlich.

Gut, das es in unserer Demokratie und in unserem Rechtssystem

Aufsichtsbehörden gibt, die eine nüchternere und emotionslosere

Draufsicht auf solche Vorgänge haben.

Ich kann nur hoffen, dass in Zeiten des Klimawandels endlich ein

Umdenken stattfindet und die damit verbundenen Erfordernisse in

Entscheidungsgremien in praktische Politik umgesetzt werden, nicht

nur in Sonntagsreden ihre Erwähnung finden. Genug positive kommunale

Beispiele gibt es.

 

Volker Haese, Eibenstock