Mitgliederentscheid: Erzgebirgische GRÜNE wollen Bahn attraktiver machen und Nahverkehr ausbauen

Der Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN traf sich am vergangenen Wochenende am Fuße des Pöhlberges zu einer außergewöhnlichen Mitgliederversammlung, um per Mitgliederentscheid über die inhaltliche Schwerpunktsetzung des Bundestagswahlkampfes abzustimmen. Dabei standen bundesweit 58 Schlüsselprojekte des Wahlprogramms zur Abstimmung, von denen neun im kommenden Wahlkampf ein besonderes Gewicht erhalten sollen.

Die erzgebirgischen GRÜNEN legten klare Priorität auf das Projekt "Die Bahn attraktiver machen - Nahverkehr ausbauen, Gewinne in die Schiene investieren".

Sie wollen damit die Bahn als ein ökologisches Hauptverkehrsmittel attraktiver machen und deren Anteil am Verkehr erheblich steigern - für Menschen wie für Güter. Daher sollen sinnvolle Ausbauprojekte der europäischen Netze vorangetrieben und der Finanzrahmen für Schiene und Straße im nächsten Bundesmobilitätsplan gleich hoch sein. Es muss aber auch sichergestellt werden, dass die Gewinne aus dem Schienenbetrieb bei der Schiene bleiben und nicht für internationale Firmenaufkäufe verwendet werden.

Im Bundesverkehrswegeplan wollen die GRÜNEN auch den Vorrang von Erhalt vor Neubau festschreiben. Zudem soll durch Ausschreibungswettbewerbe und die Schaffung der technischen Voraussetzungen dafür gesorgt werden, dass viele abgehängte Regionen wieder an den Fernverkehr angeschlossen werden. "Dafür müssen wir kämpfen und uns in breiter Front gegen die Gegner eines zukunftssicheren Bahnsystems durchsetzen.", so Ulrike Kahl vom Kreisvorstand der GRÜNEN.

Eine Mitgliederversammlung im Grünen

Ort der Mitgliederversammlung war dieses Mal der öffentliche Rastplatz am Pöhlberg-Osthang. So konnten die Erzgebirgs-GRÜNEN ihre Versammlung zugleich als Grillparty zum lockeren Meinungsaustausch nutzen.

Die idyllischen Heckenlandschaft bot hierzu eine angenehme Umgebung. Der ökologische Wert dieser Refugien lässt sich auf dem Hagebuttenweg zwischen Mildenau, Geyerdorf und Königswalde gut erkunden. Informative Schautafeln entlang des gesamten Rundweges erläutern Entstehung, Flora und Fauna dieser Kulturlandschaft. Über Jahrhunderte schichteten die Bauern zur Verbesserung der Bodenbedingungen Lesesteinrücken auf. Zudem wurde so die Erosion eingedämmt. Der Landschaftspflegeverband ist bemüht, die Hecken auch als solche zu erhalten. Zu viele hochwachsende Gehölze behindern die Entwicklung der Sträucher und beeinträchtigen die ursprüngliche Ökologie dieser Biotope. Die Wanderung auf dem Hagebuttenweg kann um einen Aufstieg zum Pöhlberg-Plateau erweitert werden. Dort kommen auch geologisch Interessierte auf ihre Kosten: Vorbei an Hinterlassenschaften des Bergbaus, die vom regen St. Briccius-Verein gepflegt werden, erreicht man an den oberen Rundwegen Sandaufschlüsse aus dem Zeitalter vor der Reliefumkehr der Erzgebirgs-Bruchscholle und natürlich die bekannten Basalttürme der Butterfässer an der Annaberger Seite des Pöhlberges. Also sei nicht nur "Grünen" ein Ausflug zum Hagebuttenweg und zum Pöhlberg empfohlen um wieder einmal zu spüren, was es in unserer Heimat zu bewahren gilt - zu bewahren, was uns erhält.