Mitgliederversammlung: Beschluss zum Denkmalschutz im Erzgebirge

Auf seiner Mitgliederversammlung am 11. Juli in Schlettau fasste der Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN folgenden Beschluss:

Sachsen hat in Menge und Qualität ein reiches kulturelles Erbe an bedeutenden Baudenkmalen. Nicht nur Dresden kann mit seiner barocken Architektur Aufmerksamkeit beanspruchen, gerade das Erzgebirge mit seiner Fülle an Denkmalen der Bergbaukultur und Industriegeschichte steht derzeit im Mittelpunkt der Bemühungen, Weltkulturerbestatus zu erlangen.

Dieser Umstand führt uns aber auch vor Augen, dass eine Vielzahl von Baudenkmälern in einem bedauernswerten Zustand sind.

Besonders dort, wo derzeit keine Nutzungen erfolgen oder in zeitnaher Aussicht sind, wird oftmals der Abriss auch wertvollster historischer Bausubstanz als alternativlos beschrieben. Aber:

„Abriss ist keine Politik – Mit jedem Denkmal geht Kulturerbe unserer Heimat verloren“ 

Wir sehen unser kulturelles Erbe als eine wesentliche Basis für Heimatverbundenheit, für Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit unserer Region. Abrisse von Denkmälern sind nicht unausweichliche Notwendigkeit. In anderen Regionen Sachsen wurden Modelle und Projekte entwickelt - wie das der „Wächterhäuser“ (www.haushalten.org) - um wertvollen Baubestand zu sichern, zu nutzen und auch über finanziell schwierige Zeiten der Nachwelt zu erhalten. Wir fordern ganz besonders von den kommunalen Eigentümern und den Denkmalbehörden, solche Modelle auch im Erzgebirgskreis zu entwickeln und umzusetzen.

Das beständig vorgetragene Kostenargument als Verhinderer für eine Sanierung und Nutzung lassen wir nicht gelten, bevor nicht alle Möglichkeiten der Finanzierung, auch in alternativen Modellen wie dem Sponsoring oder auch die des Public-Private-Partnership ausgelotet wurden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Mit einer „Roten Liste“  wollen die erzgebirgischen GRÜNEN  ab sofort auf ihrer Homepage auf abriss- und verfallsbedrohte Denkmale im Kreis aufmerksam machen.

Der Kreisverband möchte damit ein Zeichen gegen das sukzessive Verschwinden von Baudenkmalen im Erzgebirge setzen und im Bestand bedrohten, historischen Gebäuden eine Plattform bieten, die die Misere verdeutlicht und die Bürgerschaft für den Erhalt ihres Kulturerbes sensibilisiert.

Alle Bürger sollen sich daher aufgefordert und eingeladen fühlen, dem Kreisverband Hinweise zu gefährdeten Objekten zukommen zu lassen.

Den Anfang in der Gefährdetenliste macht die ehemalige Freimaurerloge in Aue.