Offener Brief an Landräte: Gentechnikbeschränkungen in den Regionalplan

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN im Erzgebirge haben sich mit einem Offenen Brief an die Landräte von Annaberg, dem Mittleren Erzgebirgskreis und Stollberg mit der Aufforderung gewandt, sich für die Einrichtung von großräumigen Schutzzonen im Regionalplan Chemnitz-Erzgebirge einzusetzen:

 

Gentechnikbeschränkungen im Regionalplan Chemnitz-Erzgebirge festschreiben

 

Sehr geehrter Herr Landrat Förster,

Sehr geehrter Herr Landrat Kohlsdorf,

Sehr geehrter Herr Landrat Hertwich,


am 17. April 2008 findet die 43. Sitzung des Planungsausschusses des Regionalen Planungsverbandes Chemnitz-Erzgebirge statt. Zentraler Punkt wird die Diskussion und Abstimmung zu den Hinweisen, Änderungs- und Ergänzungswünschen der Beteiligten bei der Fortschreibung des Regionalplans sein, darunter auch ein Ergänzungsvorschlag der Stadt Chemnitz zur Einrichtung gentechnikfreier Schutzzonen.

Wie Ihnen bekannt ist, gibt es in der Bevölkerung, vor allem jedoch bei Landwirten und Imkern der Region eine große Ablehnung gegen den Anbau von genmanipuliertem Mais. Dieser Protest muss in der regionalen Politik Gehör finden! Die jetzt nachgewiesenen Falschangaben des Gentechnik-Konzerns Monsanto tragen nicht zu größerem Vertrauen bei. Auch wenn ein allgemeines Gentechnikverbot in der Landwirtschaft nicht zulässig ist, gibt es dennoch kommunalpolitische Handlungsmöglichkeiten. Wir fordern Sie deshalb auf, die Einrichtung von großräumigen Schutzzonen im Regionalplan Chemnitz-Erzgebirge zu befürworten! Der Chemnitzer Stadtrat beschloss dies bereits am 27. Februar. Nach diesem Beschluss sollen alle Natur- und Landschaftsschutzgebiete in der Region bis zu einem Umkreis von mindestens 1.000 Metern vom Einsatz gentechnisch veränderter Organismen freigehalten werden. Diese Festlegung soll Eingang in den Regionalplan finden.

Die grüne Gentechnik ist ein Feind der Artenvielfalt. Nicht nur die Imker in Sachsen, sondern auch viele kritische Studien belegen dies. Zum Erhalt der Biodiversität und zum Schutz gefährdete Arten muss eine potenzielle Gefährdung durch Pollenflug und Auskreuzungen über gentechnisch manipulierten Mais, Raps und ähnliches ausgeschlossen werden. Vorsorge ist dringend erforderlich, weil die Wirkungen nicht abschließend erforscht und meist unumkehrbar sind.

Wir bitten Sie, diese Argumente bei Ihrer Entscheidung und Empfehlung an die Verbandsversammlung zu berücksichtigen.

 

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN im Erzgebirge