Offener Brief zu Fragen der Grünen Gentechnik an Landwirtschaftsminister Kupfer

Sehr geehrter Herr Staatsminister Kupfer,

im Sommer dieses Jahres hatten wir Ihrem Amtsvorgänger bereits einen ähnlichen Brief geschickt. Da Prof. Wöller nur sechs Monate das Amt des Umweltministers inne hatte, gab es für uns keine Gelegenheit mehr auf seine Antworten einzugehen. Deshalb wenden wir uns nun an Sie, um zu erfahren wie das Ministerium und Sie als Minister zur Grünen Gentechnik stehen.

Unseres Erachtens, hat Herr Prof. Wöller die Risiken der Grünen Gentechnik sträflich bagatellisiert, bewusst Verwirrung gestiftet und sich damit zum Lobbyisten von Monsanto und Co. gemacht.

Die Mehrheit der Menschen (80-90 %) in der Bundesrepublik Deutschland wollen keine genmanipulierten Nahrungsmittel. Nun würden wir Sie gern ermutigen, diesen Wählerwillen zu akzeptieren und auch für Sachsen umzusetzen.

Es ist Gefahr im Verzug! Es gibt schon viel zu viele Flächen mit MON 810-Mais in Sachsen.

Wollen Sie wirklich riskieren, dass Imker in Sachsen ihren Honig wegen Belastung mit MON 810-Pollen vernichten müssen, wie es bereits in Bayern geschehen ist?

Wir würden lieber die Silbermedaille bei den Anbauflächen in der Ökolandwirtschaft erhalten wollen, als bei den gv-Flächen gleich nach Brandenburg genannt zu werden.

Mit einer klaren Aussage gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen könnte Sachsen (land-) wirtschaftlich glänzen.

Wir hoffen auf eine positive Antwort von Ihnen, die wir auch gern in einem gemeinsamen Gespräch erörtern können.

Mit freundlichen Grüßen

 

Michael J. Weichert,

MdL, agrar- und verbraucherschutzpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis90/Grüne im Sächsischen Landtag         

Barbara Scheller, 

Mitglied des Landesvorstandes, Mitglied der LAG Ländlicher Raum