Podiumsdiskussion am 04.12. in Stollberg: Grün statt Beton - Wie kann man den Flächenfraß im Erzgebirge stoppen?

Jeden Tag verschwinden mehr als vier Hektar Natur in Sachsen unter Asphalt und Beton. Das entspricht jährlich einer Fläche größer als der Bärwalder See, dem größten See Sachsens. Der ausufernde Flächenfraß im Freistaat vernichtet unsere Felder, Wiesen und Wälder. Während die Einwohnerzahl im Freistaat zurückgeht, entstehen immer neue Straßen, Wohn- und Gewerbegebiete. Zuletzt haben verschiedene Bauvorhaben in der Region Stollberg wie in Lugau und in Jahnsdorf bei der Bevölkerung vor Ort für Aufsehen und Verunsicherung geführt.

Bei der Betonflut durch neue Straßen liegt Sachsen mit Abstand auf Platz 1 unter allen Bundesländern. Es bleiben Narben in unserer Natur und unserer einmaligen Kulturlandschaft. So verliert Sachsen sein einzigartiges Gesicht. 

Wir GRÜNE wollen diese Betonflut bis zum Jahr 2020 stoppen. Für jede neu versiegelte Naturfläche muss es einen Ausgleich durch Entsiegelung geben. Nur so schaffen wir es, dass unsere Orte weiter Möglichkeiten für ihre Entwicklung haben, zugleich aber unsere Natur und gewachsene Landwirtschaft geschützt wird. Nur so bleibt eine unberührte Erzgebirgsnatur Teil einer unverwechselbaren Heimat.

Die GRÜNE Fraktion im Sächsischen Landtag will das Gesetz über die Raumordnung und Landesplanung des Freistaates Sachsen so ergänzen, dass der Flächenverbrauch bis zum Jahr 2020 auf null Hektar zu begrenzen ist. Zudem soll das Staatsministerium des Innern ermächtigt werden, ein Handelssystem für Flächenzertifikate zu etablieren, dass eine Flächenneuinanspruchnahme ermöglicht, auch wenn innerhalb der Kommune kein Ausgleich durch Entsiegelung geschaffen werden kann.

Mit Heiko Reinhold, ehem. Umweltbeauftragter der evangelisch-lutherischen Landeskirche, Ulrike Kahl, Kreisrätin und Mitglied im Planungsverband Regin Chemnitz, und Wolfram Günther, Fraktionsvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion, wollen wir gemeinsam mit Ihnen die Fragen diskutieren:

  •  Welche Ursachen und Auswirkungen hat der Flächenfraß auf unsere Natur in Sachsen?
  •  Wie schaffen wir es, unsere Natur, Kulturlandschaft und Landwirtschaft zu schützen?
  •  Warum brauchen wir ein Gesetz zur Begrenzung des Flächenverbrauches in Sachsen überhaupt?
  •  Wie wirkt sich dieses Gesetz auf unsere Städte und Landwirtschaft aus?
  •  Welche Entwicklungen sind ohne ein solches Gesetz zu befürchten?
  •  Welche Auswirkungen hat die zunehmende Versiegelung nach Starkregenereignissen?

Moderieren wird Uwe Kaettniß, Kreisvorsitzender im Erzgebirgskreis und Mitglied des Landesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Termin: Dienstag, 4. Dezember 2018, 18 - 20 Uhr, Kulturbahnhof Stollberg