Regionalkonferenz Annaberg:Zukunft für das Erzgebirge - GRÜNE Perspektiven für 2025"

Thomas Walter, Aufsichtsratsmitglied der Bürger-Solar-Genossenschaft Drebach

Am Sonnabend, den 09.09.2017, veranstaltete der Landesverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband der Erzgebirs-GRÜNEN und politischen Mandatsträgern von Bund und Land eine Regionalkonferenz unter dem Motto „Zukunft für das Erzgebirge“ in Annaberg, die Impulse für einen attraktiven ländlichen Raum setzte und die Perspektiven dieser Region bis ins Jahr 2015 auslotete.

Während die Großstädte prosperieren, haben viele ländliche Regionen mit den Auswirkungen von Abwanderung und Alterung zu kämpfen. Statt sich mit dem Schrumpfen abzufinden, ist es Aufgabe von GRÜNER Politik, dem Trend etwas entgegenzustellen und ländliche Räume attraktiver zu machen. Politik muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass sich die Lebensverhältnisse in den Regionen nicht weiter auseinander entwickeln.

Vorausgegangen waren während des letzten Jahres vier Werkstattgespräche, die sich mit den Themenbereichen Natur/Kultur/Tourismus, Wirtschaft und Arbeitsmarkt, Mobilität sowie Weltoffenheit und dem gesellschaftlichen Wandel im Erzgebirge beschäftigten. 

Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Akteuren und Fachleuten aus der Region wurden sowohl dort als auch zur Regionalkonferenz die verschiedenen Themen und Ziele diskutiert, die kurz-, mittel- und langfristig Potentiale für die Region darstellen und an denen weiter gearbeitet werden muss.

Stephan Kühn, sächsischer Bundestagsabgeordnerter und Sprecher für Verkehrspolitik, sowie der Direktkandidat für den Wahlkreis Erzgebirge I, Sebastian Walter, moderierten diese Veranstaltung. Diskutanten und Impulsgeber waren auch die sächsischen Landtagsabgeordneten Petra Zais und Volkmar Zschocke (Fraktionsvorsitzender).

Welchen Beitrag Energiegenossenschaften zu einer gelingenden Energiewende beitragen können, zeigte Thomas Walter aus Drebach in seinem Impulsreferat auf, der als Aufsichtsratsmitglied der dortigen Bürger-Solar-Genossenschaft ein Plädoyer für genossenschaftliche, erneuerbare Energieerzeugung hielt.

Steffen Böttger von der Kreishandwerkerschaft im Erzgebirge analysierte die durch Fachkräftemangel und Problemen bei der Unternehmensnachfolge bedrohte Handwerker-Branche und mahnte Bürokratieabbau und die Beseitigung anderer Erschwernisse an.

Die Geschäftsführerin des landkreiseigenen Naturschutzzentrums in Dörfel, Claudia Pommer, wiederum legte in ihrem Vortrag den Blickwinkel auf die gefährdete Artenvielfalt, der in der Öffentlichkeit zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Christian Saffert, Asylkoordinator bei der AWO, berichtete über die Entwicklung in der Flüchtlingsthematik und konstatierte eine große Fluktuation dieser Bevölkerungsgruppe in die großen Städte Sachsens.

Landtagsabgeordnete Petra Zais, die auch als sportpolitische Sprecherin ihrer Fraktion fungiert, rückte die zahlreichen Sportvereine im Landkreis in den Fokus, die in dieser Fülle ihrer Meinung nach nur eine gesicherte Zukunft haben, wenn sie sich zusammenschließen bzw. vernetzen.

Auch bemängelte sie fehlende klare Worte der Amtsträger gegen rechtes und rassistisches Gedankengut.