Sachsens GRÜNE setzen ein starkes Zeichen für die Montanregion Erzgebirge

Das UNESCO-Weltkulturerbeprojekt „Montanregion Erzgebirge“ erhitzt weiter die Gemüter. Auf Einladung der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag waren am vergangenen Montag um die 200 Gäste in die „Goldene Sonne“ nach Schneeberg zu einer prominent besetzten Podiumsdiskussion gekommen.

Unter dem Motto „Stillstand oder Chance für die Region?“ diskutierten Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, kulturpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion, Prof. Dr. Helmuth Albrecht von der Projektgruppe Montanregion an der Freiberger Bergakademie, Steffen Flath, CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag, sowie Frieder Stimpel, Bürgermeister der Bergstadt Schneeberg.

Vor der Veranstaltung informierten sich MdL Dr. Gerstenberg und Dr. Hartmut Kahl, grüner Direktkandidat für den Bundestag, bei Pfarrer Frank Meinel über den Erhalt und die Nutzung der St. Wolfgangskirche, die als gotischer Bergmannsdom auch zu den welterbefähigen Denkmalen Schneebergs zählt.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen hatten schon im Januar auf Antrag des Kreisverbandes Erzgebirges die „Montanregion Erzgebirge“ mit großer Mehrheit in ihr Landtagswahlprogramm aufgenommen. Damit sind Sachsens GRÜNE die einzige Partei im Freistaat, die sich explizit für das Welterbeprojekt stark macht.

In der Veranstaltung verwies Dr. Gerstenberg auf die breite menschliche Verwurzelung des Bergbaus im Erzgebirge und bezeichnete die Bewerbung um den Welterbetitel als folgerichtig, zumal die Situation eine ganz andere als im Dresdner Elbtal sei. Es handele sich um einen internationalen Adelstitel, den eine geeignete Region nicht ungenutzt lassen sollte. Freilich verwies er auch auf die Verantwortung, die dieser Status mit sich bringt und meinte: „Adel verpflichtet.“ Bürgermeister Stimpel legte aus kommunaler Sicht die Potentiale des Projektes für einen einheitlichen Auftritt des Erzgebirges dar und bedauerte, dass heute viele Akteure in der Region noch immer gegeneinander antreten würden, anstatt die gemeinsame Kraftanstrengung zu suchen. Er verwies auch auf die produktiven Anregungen der Bürgerinitiative gegen den Bau der B93n, die einen wichtigen Impuls für die Diskussion um den Streckenverlauf gegeben habe, der jedenfalls nicht durch das historische Bergbaurevier in Schneeberg-Neustädtel führen dürfe. Prof. Albrecht vollzog in einem begeisternden Plädoyer die Entwicklung des Projektes nach und erklärte den Abstimmungsprozess mit den einzelnen Kommunen. Dagegen nahm CDU-Fraktionschef Flath mit seiner unverhohlenen Skepsis unter den Podiumsteilnehmern die Rolle des Außenseiters ein. Volker Schmidt, Leiter des Kulturzentrums „Goldene Sonne“, moderierte sachkundig und souverän den Abend.  

In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum zeigte sich, dass der jahrhundertealte Bergbau im Erzgebirge auch in Zukunft die Gemüter bewegen wird.