Sächsische Denkmallandschaft sieht stürmischen Zeiten entgegen: Im Erzgebirge nur die Hälfte der Anträge bewilligt

Anlässlich des Tages des offenen Denkmals am kommenden Sonntag verweist die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag auf die kritische Zukunft zahlreicher Einzeldenkmäler in Sachsen.

 

"Der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) versucht den gesetzlichen Schutz durch die Einführung von Denkmalen zweiter Klasse fast vollständig aufzulockern. Zudem sollen die finanziellen Mittel für das Förderprogramm 'Städtebaulicher Denkmalschutz' um 50 Prozent von der Bundesebene gekürzt werden", kritisiert Karl-Heinz Gerstenberg, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion.

Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, Mitglied des Sächsischen Landtags

Gerstenberg: Staatsregierung sollte sich zur rechtlichen und finanziellen Sicherung der sächsischen Denkmallandschaft zu bekennen

Anlässlich des Tages des offenen Denkmals am kommenden Sonntag verweist die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag auf die kritische Zukunft zahlreicher Einzeldenkmäler in Sachsen.

"Der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) versucht den gesetzlichen Schutz durch die Einführung von Denkmalen zweiter Klasse fast vollständig aufzulockern. Zudem sollen die finanziellen Mittel für das Förderprogramm 'Städtebaulicher Denkmalschutz' um 50 Prozent von der Bundesebene gekürzt werden", kritisiert Karl-Heinz Gerstenberg, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion.

Dieser katastrophalen Logik schließt sich die Staatsregierung an: Im Haushaltsentwurf 2011/12 sollen die Mittel für den Erhalt von Kulturdenkmalen zusätzlich um 20 Prozent auf Landesebene gekürzt werden.

Im Erzgebirgskreis nur 41 von 81 Anträge bewilligt

"Schon jetzt reichen die Zuschüsse nicht, um alle beantragten Objekte wenigstens mit einem Minimum zu fördern. Beispielsweise konnten im Erzgebirgskreis von 81 Anträgen nur 41 bewilligt werden", so der Abgeordnete. "Wenn der Schutz der Denkmale geschwächt wird und gleichzeitig engagierten Denkmaleigentümern die Finanzmittel zusammengestrichen werden, wird katastrophale Folgen haben."

"Jeder Euro an staatlicher Denkmalförderung zieht sechs Euro an privater Investition nach sich. Für Tausende Handwerkern, Architekten, Beschäftigte in Bauunternehmen und Restauratoren sichert der Denkmalschutz einen wichtigen Teil ihres Einkommens", erläutert Gerstenberg.

"CDU und FDP handeln sträflich kurzsichtig. Ein Land, das seine Vergangenheit zerstört, wird auch seine Zukunft verlieren."

"Auch das heute noch als vorbildlich geltende sächsische Denkmalschutzgesetz konnte nicht verhindern, dass seit 1990 in Sachsen weit über 3.000 Denkmale zerstört wurden. Falsche Prioritäten im Rahmen des Stadtumbaus Ost, fehlende Lobby in politischen Entscheidungsgremien und fehlende finanzielle Mittel unterhöhlten schon bisher den rechtlichen Schutz."

Die GRÜNE-Landtagsfraktion wird in den nächsten Wochen mit einer Reihe Podiumsdiskussionen mit Restauratoren, Denkmalpflegern und -eigentümern in die Öffentlichkeit gehen. 

Stationen dieser Denkmaltour unter dem Titel: 'Sachsens Denkmalschutz auf der Kippe?' sind Görlitz, Chemnitz, Dresden, Leipzig, Meißen, Pirna und Geyer (Erzgebirge).

Ausführliche Informationen unter:

www.gruene-fraktion-sachsen.de/denkmalschutz

Veranstaltung in Geyer, Erzgebirgskreis:

20. Oktober, 19:00 Uhr: Podiumsdiskussion "Sachsens Denkmalschutz auf der Kippe?", Moderation: Uwe Lehmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Erzgebirge), auf dem Podium: Dr. Karl-Heinz Gerstenberg (Mitglied des Sächsischen Landtags), Ursula Grämer (Untere Denkmalbehörde Erzgebirgskreis), Wolfram Günther (Stadtforum Leipzig); in Geyer, Lotterhof, Am Lotterhof 1