Siegrid May: "Verkehrslandeplatz Jahnsdorf völlig unwirtschaftlich"

Siegrid May, Kandidatin für den Gemeinderat Jahnsdorf

Plakat des Kreisverbandes Erzgebirge

Siegrid May, Kandidatin der Grünen für den Gemeinderat Jahnsdorf, äußert sich zum geplanten Ausbau des Verkehrslandeplatzes Jahnsdorf: 

Während sich andere kleinere Flugplätze Gedanken machen, wie sie ihren Bekanntheitsgrad erhöhen, um damit die Auslastung voranzutreiben und hohe Schulden abbauen zu können, sollen für den Verkehrslandeplatz Chemnitz-Jahnsdorf weitere Millionen ausgegeben werden: um die Landebahn nochmals zu verlängern - dann auf 1200 m - was zusätzlich die Verlegung des Mühlweges erforderlich machen würde.

Diese nochmalige Erweiterung des Verkehrslandeplatzes würde dann tiefe Einschnitte in die Landschaft des Naturschutz-Gebietes Hauwald zur Folge haben:

Durch dieses Naturschutz-Gebiet soll eine Schneise für eine neue Straße geschlagen werden, die Lebensräume von Tieren und Pflanzen vernichtet, die durch die Einengung ihres Lebensraumes zugrunde gehen. Auch das idyllische Erholungsgebiet Goldbachgrund - welches nicht nur am Wochenende vielen Menschen Ruhe und Entspannung bietet - würde abgewertet. Das wäre einen Verlust an Lebensqualität für die Umgebung. - Ist nicht auch Lebensqualität ein wichtiges Kriterium, das für viele Menschen immer mehr verloren geht?

Diese neue Straße soll von der B169  zum Gewerbegebiet Thalheim/Meinersdorf gebaut werden. Thalheim erhielt vor wenigen Jahren eine sehr gute Verkehrs-Anbindung durch die Straße, die von der Autobahnabfahrt Stollberg/Süd durch das Rosental nach Zwönitz... führt.

Wird sich der Verkehrslandeplatz Chemnitz-Jahnsdorf jemals von den ständigen Zuschüssen lösen können? Momentan ist nicht daran zu denken, dass dieses Unternehmen jemals annähernd rentabel arbeiten könnte.

Die Eigner des Flugplatzes: mit 52 % die Stadt Chemnitz + mit 48 % nun der neue Landkreis Erzgebirge, legten mit dem Wirtschaftsplan auch die Geschäftszahlen von 2008 vor - wobei im Mai 2008 die Erweiterung des Flugplatzes mit internationalen Gästen, Presse, Rundfunk und Fernsehen gefeiert wurde.

Hier nur drei Angaben aus dem Wirtschaftsplan, die das Jahr 2008 betreffen:

Die Umsatzerlöse betrugen 16.000,- € für das gesamte Jahr.

Jedoch wurden die Zuschüsse der Stadt Chemnitz mit 130.000,- € + vom Landkreis Erzgebirge mit 120.000,- € angegeben.

Für Abschreibungen steht ein Betrag von 405.000,- € für das vergangene Jahr.

Ist so ein Defizit zu verantworten?

Start und Landung eines Flugzeuges kosten ca. 6,50 € - je nach Gewicht, Schadstoffausstoß und Geräuschpegel.

Die Preise für einen  Stellplatz betragen pro Monat ca.  127,-  € und für's Jahr ca.  1.377,- €.

Wie will ein Flugplatz, der weitgehend ungenutzt ist und seine Dienste derart billig verkauft, jemals annähernd schwarze Zahlen schreiben?

Wo hätte dieses Geld sinnvoller Verwendung finden können - zum Nutzen für uns alle, für unsere Kinder, für unser aller Zukunft?

Es ist verbuddelt auf nimmer wiedersehen. Jahr für Jahr folgen Abschreibungen...

Auf Grund allgemeiner Finanzknappheit wäre es wünschenswert, dass doch noch ein Umdenken stattfindet. Ist es gerecht, wieder 5 Millionen (jetziger Plan) für einen nochmaligen Ausbau zu genehmigen? Diese Summe könnte für Dinge eingesetzt werden, die der Allgemeinheit dienen.

Wie lange will sich der Landkreis Erzgebirge noch an den hohen Zuschüssen beteiligen? Der Nachweis einer relevanten positiven Auswirkung auf die wirtschaftliche  Leistungsfähigkeit im Landkreis wurde bisher nicht erbracht.

Wenn der Einfluss allerdings wirklich so groß wäre, sollten sich die interessierten Unternehmen (oder besser Unternehmer?) auch finanziell in größerem Maße beteiligen.