Stadionsanierung in Aue: GRÜNE fordern vollständige Transparenz

Ulrike Kahl, Vorstandsmitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN

Der Kreisverband Erzgebirge von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist angesichts der kontrovers geführten Debatte über die geplanten Baumaßnahmen am Auer Fußballstadion besorgt, dass die Bevölkerung des Landkreises in ihrer Meinung zu diesem Thema auf Dauer gespalten bleiben könnte. Die Diskussion in den vergangenen Wochen hat deutlich gemacht, dass das Thema polarisiert und die Notwendigkeit von Sanierungsmaßnahmen am Stadion von manchen weit eingeschränkter geteilt wird als vermutet.

Größtmögliche Transparenz erforderlich

Dazu sagt Ulrike Kahl, Vorstandsmitglied der Erzgebirgs-GRÜNEN:

"Wir denken, dass die meisten Erzgebirger sich darin einig sind, dass die Fähigkeit des FC Erzgebirge Aue, in der 2. Bundesliga zu spielen, nicht am baulichen Zustand des Stadions scheitern darf. Etwaige bauliche Auflagen der Deutschen Fußball Liga (DFL) sollten daher umgesetzt werden.

Um aber die für ein solches Großprojekt nötige Akzeptanz in der Bevölkerung sicherzustellen, ist aus Sicht der GRÜNEN bei jedem Schritt der Planungs- und Baumaßnahmen größtmögliche Transparenz erforderlich. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass hohe Summen Steuergeld in ein Prestigeprojekt fließen, während die Mittel des Landkreises für die Förderung des Breitensports, die Schülerbeförderung oder die Jugendförderung in der Region zugleich immer unzureichender werden.

Insofern fordern die GRÜNEN, dass sowohl der Landkreis als auch der Verein die Öffentlichkeit bis ins Detail darüber informieren,

  • welche Baumaßnahmen nach den Vorgaben der Deutschen Fußball Liga zwingend erforderlich sind, um die Spielklasse zu erhalten,
  • welche Erneuerungen aufgrund der Überalterung der vorhandenen Infrastruktur notwendig sind
  • bei welchen Maßnahmen es sich um Sonderwünsche handeln würde und
  • inwieweit sich das Stadion auch nach einem Umbau noch für die Nutzung durch andere Sportarten eignen würde."

Marktforschungsstudie notwendig

Aus Sicht der GRÜNEN sollte zudem – von der Wirtschaftsförderung des Landkreises oder dem Verein selbst – eine Marktforschungsstudie in Auftrag gegeben werden, um die Bekanntheit des FCE und deren positive Auswirkungen auf das Image und die Wirtschaftskraft der Region einmal empirisch belastbar bewerten zu lassen.

Dazu Kahl weiter: "Nur durch eine solch objektive Analyse kann sichergestellt werden, dass die Argumentation Pro oder Contra Stadionumbau auf Grundlage valider und nachvollziehbarer Argumente erfolgt."

Finanzielle Beteiligung der anderen Akteure klären

Zur Erhöhung der Akzeptanz kostspieliger Umbaumaßnahmen in der Bevölkerung halten es die GRÜNEN zudem für erforderlich, dass sowohl der Verein selbst, als auch die Stadt Aue ihre finanziellen Beiträge zu den Baumaßnahmen endlich konkret benennen. Ebenso muss aus Sicht der GRÜNEN darüber diskutiert werden, ob und in welchem Umfang auch die Erzgebirgssparkasse als Namenslizenznehmer einen finanziellen Beitrag zum Umbau leisten muss.

Veröffentlichung von Kreistags-Dokumenten

Um im Hinblick auf die Forderung nach vollkommener Transparenz im Planungsprozess mit einem positiven Beispiel voranzugehen, hat der Kreisverband der GRÜNEN heute auf seiner Internetseite www.gruene-erzgebirge.de für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger jene Dokumente veröffentlicht, die den GRÜNEN-Kreisräten in Zusammenhang mit dem Stadionumbau zugänglich gemacht wurden:

  1. Beschlussvorlage 0588/2013 vom 05.06.2013, VOF-Verfahren zur Vergabe der Generalplanungsleistung zur Teilsanierung des Sparkassen-Erzgebirgsstadions
  2. Protokoll über die Sitzung vom 05.06.2013 zum VOF-Verfahren
  3. Rede von GRÜNEN-Kreisrat Heiko Reinhold zur Stadionsanierung
  4. Beschluss Nr.: KT 434/2013, Beschluss der 30. Sitzung des Kreistages des Erzgebirgskreises am 20.06.2013, VOF-Verfahren zur Vergabe der Generalplanungsleistung zur Teilsanierung des Sparkassen-Erzgebirgsstadions
  5. Ausschreibung der Planungsleistung aus dem Oktober 2013