Stollensystem oder geologische Störungszonen unter neuem Autobahnzubringer in Schneeberg? Oberbergamt wertet neue Informationen aus

Volkmar Zschocke, Fraktionsvorsitzender der Sächsischen GRÜNEN

Kurz nach Einweihung des neuen Autobahnzubringers S 282 zur A 72 bei Schneeberg/Kirchberg im August, dessen Gesamtkosten mit ca. 45 Millionen Euro beziffert werden, wurden Zweifel und Befürchtungen laut, dass nach den erfolgten Sprengungen während des Baus die Standfestigkeit des Gebirges nicht mehr gewährleistet sein könnte. Hobbyforscher und Ingenieure vermuten ein Stollensystem unter dem Straßenneubau, das Straßenbauamt spricht von gemessenen Störungszonen.

Dies war Anlass für den Fraktionsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, Volkmar Zschocke, bei der Landesregierung nachzuhaken. Wie das Wirtschaftsministerium nun auf Zschockes Anfrage mitteilte, war das Oberbergamt als Träger öffentlicher Belange von Anfang an in das Planungsvorhaben eingebunden. In einer Stellungnahme aus dem Jahr 2009 waren der Bergbehörde keine stillgelegten bergbaulichen Anlagen bekannt, die Bergschäden oder andere nachteilige Einwirkungen erwarten ließen.

Die dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr vorliegenden neueren Informationen wurden am 18. August dem Oberbergamt zur weiteren Auswertung übergeben, erst danach sind dem Wirtschaftsministerium weiterführende Aussagen, so auch zu einer möglichen Tonnagebegrenzung, möglich.

Volkmar Zschocke: „Über die Folgen muss zeitnah informiert werden.“

Dazu der GRÜNE Landtagspolitiker: "Ich kann momentan nicht nachvollziehen, warum die Auswirkungen dieser Störungszonen erst nach Fertigstellung untersucht werden. War das nicht vorher bekannt? Alle vorliegenden Informationen und Unterlagen müssen jetzt sorgfältig überprüft werden, um mögliche Schäden noch abwenden zu können. Über die Auswertung der neuen Erkenntnisse und die daraus resultierenden Folgen muss zeitnah informiert werden. Ich frage da auf jeden Fall beim Ministerium nach."

Haftungsansprüche gegenüber Planern bzw. am Bau Beteiligten für eventuelle Schäden an der Straße oder möglicherweise notwendigen Untergrundsanierungen scheiden nach Aussage des Wirtschaftsministers aus.