Tag der biologischen Vielfalt: GRÜNE: Es wird Zeit, dass die Fördergelder stärker unsere regional und nachhaltig arbeitenden Landwirte erreichen

Ulrike Kahl, Kreisrätin der GRÜNEN im Erzgebirge

Seit 1980 hat sich nach Aussage von Wissenschaftlern die Anzahl der Vögel auf landwirtschaftlichen Flächen halbiert. 80 Prozent der Insektenbiomasse und 95 Prozent der Wildbienen sind verschwunden. Eine der größten Umweltkatastrophen der Gegenwart droht damit unser Lebensumfeld, von dem wir als Menschen abhängig sind, zu zerstören. Denn ohne Insekten gibt es keine Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Ebenso fehlt die Nahrungsgrundlage für Vögel und andere Tierarten.

GRÜNEN-Vorsitzende und Kreisrätin Ulrike Kahl fordert daher ein deutliches Handeln aller politischen Entscheidungsträger in Landkreis, Freistaat und Bund:

"Da Pestizide und Monokulturen Verursacher dieses gravierenden Insektensterbens sind, stimmt uns dennoch hoffnungsvoll, dass sich auch bei uns immer mehr Landwirte auf den Weg machen, um weniger oder keine Ackergifte zu verwenden. 

Die momentanen Verhandlungen um den EU-Haushalt müssen dringend für eine Reform der Agrarförderung genutzt werden. Landwirte, die sich für Artenvielfalt einsetzen, müssen mehr Geld verdienen. Die milliardenschweren Fördergelder der EU sollten stärker als bisher regional und nachhaltig wirtschaftende Landwirte erreichen. Insektenkiller wie Glyphosat und Neonicotinoide sollten so zügig wie möglich von unseren Feldern verschwinden."

"Wir brauchen aber ebenso ein entschlossenes Handeln für die Artenvielfalt auf Landkreisebene. Auch auf den dortigen Grünflächen kommt noch Glyphosat zum Einsatz."

"Und nicht vergessen sollten wir, dass auch jede Bürgerin und jeder Bürger es mit bewussten Kaufentscheidungen in der Hand haben, Veränderungen herbeizuführen. Honig vom Imker nebenan oder Saft aus der Region finanziert den Insekten ein zu Hause. Ein ständig getrimmter Rasen dagegen ist für Insekten eine Wüste", so die GRÜNE weiter.