Umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion befasste sich im Eibenstocker Revier mit Waldumbau und Wilddichten

Wolfram Günther, Umweltpolitiker Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion

Am 3. Oktober besuchte Wolfram Günther, umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion, auf Einladung der Grünen Aktion Westerzgebirge (GAW) den Erzgebirgskreis. In Eibenstock widmete er sich gemeinsam mit 15 Mitgliedern verschiedener Naturschutz- und Umweltvereine aus ganz Sachsen dem naturnahen Waldumbau und Rotwilddichten. Der Leiter des Landeswaldrevieres Eibenstock, Andreas Pommer, führte die Runde zu verschiedenen Waldstandorten.

"Ich bin beeindruckt, welche Erfolge wir im Eibenstocker Revier beim Waldumbau besichtigen können", sagt Wolfram Günther. "Was im Forstbezirk hin zu standortnahen und klimastabilen Mischwäldern erreicht wurde, ist vorbildlich. Anfang der 1990er Jahre gab es hier noch 90 Prozent Fichtenwälder ohne Unterstand. Heute befinden sich im Unterstand mehr als 30 Prozent Mischbaumarten. Diese Waldgeneration der Zukunft ist ungleich artenreicher und stabiler. Besonders beeindruckend war es für mich, einige der nur noch rund 2.000 in Sachsen vorhandenen Weißtannen zu sehen, die älter als 100 Jahre sind. Umso besser, dass im Eibenstocker Revier die Naturverjüngung mit Laubbaumarten aber auch der seltenen Weißtannen ohne teure und aufwendige Zäune zu besichtigen ist."

"Gemischte, strukturreiche und damit klimawandelstabile Wälder können die vielfältigen Schutz- und Nutzfunktionen langfristig am besten erfüllen. Zu einem naturnahen Waldbau, der auf gemischte und stabile Waldbestände mit standortgemäßen Baumarten setzt, besteht angesichts des fortschreitenden Klimawandels keine Alternative", erklärt Günther.

"Um dieses Ziel bei allen unseren Wäldern zu erreichen, ist die Jagd von entscheidender Bedeutung. Sie muss gewährleisten, dass eine standortgemäße Verjüngung im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen wie Zäune wachsen kann. Denn Wild verbeißt junge Bäume. Lebt zu viel davon in unserem Wald, kann sich dieser nicht mehr verjüngen. Zäune kosten oft mindestens genauso viel wie die Neupflanzungen selbst. Außerdem sind sie wartungsintensiv. Eine Lücke lässt das Wild innerhalb weniger Stunden den Aufwuchserfolg mehrerer Jahre zunichte machen."

"Unser langfristiges Ziel beim Waldumbau muss es sein, dass alle heimischen Baumarten ohne aufwendige Schutzmaßnahmen aufwachsen können. Insbesondere der Einfluss des Wildes spielt bei der Entwicklung der Waldverjüngung und der Bodenvegetation eine wesentliche Rolle. Gegenwärtig sind die für den Waldumbau besonders geeigneten Baumarten, wie Weißtanne, Eiche und Buche und Edellaubbaumarten wie Bergahorn, Ulme, Linde in vielen anderen Forstrevieren durch Wildverbiss gefährdet. Die Wildbestände des Schalenwildes und hier insbesondere des Rotwildes sind derzeit für einen Waldumbau ohne kostenintensiven Zaunbau in weiten Teilen Sachsens zu hoch."

"Durch eine konsequente Bejagung im Eibenstocker Revier konnten Investitionen in den Waldumbau, Arten- und Strukturvielfalt gesichert werden, ohne dass die Bestände gefährdet sind. Anhand langfristiger Abschusszahlen wiesen die Eibenstocker Förster nach, dass weder die Hirsche noch die Rehe ausgerottet wurden. Seit zehn Jahren gibt es annähernd gleichbleibende Abschusszahlen bei Rehen und Hirschen. Die Abschusszahlen bei den Wildschweinen steigen. Diese angepassten Wildbestände ermöglichen ein Aufwachsen von standortgerechten Baumarten in aller Regel ohne Schutzmaßnahmen."

"Weil uns dieses Thema sehr wichtig ist, haben wir einen Antrag dazu in den Landtag eingebracht", erklärt Wolfram Günther."Er wird am 4. Dezember, 10 Uhr, in einer öffentlichen Anhörung im Umweltausschuss des Sächsischen Landtagsdiskutiert."