Ursachen für Geruchsbelastung am Erzgebirgskamm Thema im Landtag

Gerd Lippold, wirtschaftspolitischer Sprecher der GRÜNEN im Sächsischen Landtag, hat zwei Kleine Anfragen zum Thema "Geruchsbelästigung an der tschechischen Grenze" gestellt. Seit Jahren leiden die Bewohner des Erzgebirges und des Vogtlandes bei bestimmten Wetterlagen unter dem sporadisch auftretenden 'Katzendreck'-Gestank aus Nordböhmen.

 

Die erste Anfrage 'Wissenschaftliche Untersuchungen der im nordböhmischen Industrierevier mitverursachten Geruchsbelastung' wurde mittlerweile von Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) beantwortet: "Laut Aussagen der Staatsregierung sind weder Stickstoffoxid noch Benzol, Feinstaub oder Schwefeldioxid für die immer wiederkehrenden Geruchsbelastungen im Erzgebirge und im Vogtland verantwortlich. Als Ursache benennt Umweltminister Schmidt organisch-chemische Verbindungen", erklärt Lippold.

Gerd Lippold, Wirtschaftspolitischer Sprecher der GRÜNEN im Sächsischen Landtag

GRÜNE verlangen Auskunft über Zusammenarbeit mit tschechischen Behörden und Forschungsergebnisse zum Thema Katzendreck

Gerd Lippold, wirtschaftspolitischer Sprecher der GRÜNEN im Sächsischen Landtag, hat zwei Kleine Anfragen zum Thema "Geruchsbelästigung an der tschechischen Grenze" gestellt. Seit Jahren leiden die Bewohner des Erzgebirges und des Vogtlandes bei bestimmten Wetterlagen unter dem sporadisch auftretenden 'Katzendreck'-Gestank aus Nordböhmen.

Die erste Anfrage 'Wissenschaftliche Untersuchungen der im nordböhmischen Industrierevier mitverursachten Geruchsbelastung' wurde mittlerweile von Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) beantwortet: "Laut Aussagen der Staatsregierung sind weder Stickstoffoxid noch Benzol, Feinstaub oder Schwefeldioxid für die immer wiederkehrenden Geruchsbelastungen im Erzgebirge und im Vogtland verantwortlich. Als Ursache benennt Umweltminister Schmidt organisch-chemische Verbindungen", erklärt Lippold.

Das Problem ist laut Schmidt, dass diese Stoffe messtechnisch schwierig zu erfassen seien. Darüber hinaus gebe es keine europäischen Grenzwerte für geruchsintensive Stoffe. Als Hauptauslöser der Geruchsbelästigungen vermutet die Staatsregierung Merkaptane. Allerdings muss Minister Schmidt einräumen, dass es bislang an geeigneten Analysemethoden fehlt. Da die ursächlichen Komponenten für die Geruchsbelastung nicht identifizierbar seien, könnten auch keine Gegenmaßnahmen veranlasst werden.

"Diese Antwort ist natürlich unbefriedigend", sagt Lippold. "Um eine Lösung des Problems voranzubringen, habe ich weitere Fragen gestellt: Wie viele Beschwerden über Luftbelastungen aus Tschechien wurden dem Landesamt für Umwelt und Geologie in den vergangenen zwei Jahren gemeldet? Wurden die gemeldeten Geruchsbelastungen auch an das Tschechische Hydrometeorologische Institut in Usti nad Labem weitergemeldet? Welche Reaktionen bzw. welche weiteren Verfahrensschritte seitens der tschechischen Behörden sind der Staatsregierung bekannt?"

Der GRÜNE Landtagsabgeordnete will darüber hinaus wissen, in welchem Umfang die Staatsregierung die Beauftragung von Studien plant, die systematisch die in der Luft festgestellten chemischen Hauptkomponenten einzeln und in unterschiedlicher Kombination objektiv auf menschliche Wahrnehmung und Wahrnehmbarkeitsgrenzen hin untersuchen.

"Parallel zu meinen Anfragen an die Staatsregierung werde ich den Kontakt zu den GRÜNEN Kollegen auf böhmischer Seite suchen, um den Informationsaustausch voranzutreiben", verspricht der Abgeordnete.

Die Antwort soll am 30. Juni vorliegen.