Vor 20 Jahren: Erinnerung an die letzten Kommunalwahlen der DDR

Vorstandssprecher Heiko Reinhold

Am 7. Mai 1989 fanden die letzten Kommunalwahlen in der DDR statt – wie immer mit überwältigender Zustimmung zu den „Kandidaten der Nationalen Front“ aus SED, CDU und anderen Blockparteien.

Der nachgewiesene Betrug bei den veröffentlichten Ergebnissen war ein entscheidender Impuls für viele Bürgerinnen und Bürger, die gegen die Wahlfälschung protestierten und sich schließlich in Bürgerbewegungen zusammenfanden, um Reformen und einen echten Dialog einzufordern.

Nach 20 Jahren leben wir wieder in einem Jahr, das durch zahlreiche Wahlen geprägt ist. Bloßes „Zettelfalten“ gibt es nicht mehr. Aber leider hat auch die Wahlbeteiligung in erschreckendem Maße nachgelassen. Dabei waren die jetzt frei und geheim stattfindenden Wahlen eine zentrale Forderung von 1989.

Heiko Reinhold, Sprecher des erzgebirgischen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Im Bündnis 90 waren viele Akteure der friedlichen Revolution organisiert. Wir halten nach wie vor das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern für notwendig; die Verantwortung für unsere Gesellschaft kann nicht allein auf Parteien übertragen werden. Dennoch sind die Wahlen ein wichtiges Instrument zur demokratischen Mitbestimmung. Deshalb rufen wir alle Wahlberechtigten auf, sich über politische Programme zu informieren und an den Kommunal-, Europa-, Landtags- und Bundestagswahlen in diesem Jahr teilzunehmen. Ein Fernbleiben wird das Wahlergebnis nicht positiv beeinflussen.“