Vorzeige-Projekt sollte in der Region bleiben: GRÜNE sehen Zukunft des Schienenverkehrs im Erzgebirge in Hybridtechnik der Erzgebirgsbahn

Ulrike Kahl, Kreisrätin der GRÜNEN

Der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) ist lt. Sächsischem ÖPNV-Gesetz auch Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in seinem Verbandsgebiet. Bisher werden diese Leistungen durch die DB Regionetz Verkehrs GmbH „Erzgebirgsbahn“ erbracht. Doch der bisherige Betreibervertrag geht dem Ende zu. Derzeit läuft das neue Vergabeverfahren für das „Dieselnetz Erzgebirge“ für die Laufzeit ab 10.12.2017. 

Dabei wird sich die Erzgebirgsbahn nach eigenem Bekunden mit all ihrer Erfahrung diesem Wettbewerbsverfahren stellen und möchte auch künftig einen attraktiven, finanzierbaren und kundenfreundlichen Schienenpersonennahverkehr im Erzgebirge anbieten.

„Für uns GRÜNE spricht neben Zuverlässigkeit und Erfahrungsschatz der Erzgebirgsbahn insbesondere auch die ausgesprochene Innovationskraft dieses Verkehrsunternehmens. Seit einigen Jahren arbeiten nämlich Verkehrstechniker der DB Regionetz GmbH, einer davon ein Annaberger, an dem „Eco-Train-Projekt“, welches die Triebfahrzeuge mit einer umweltfreundlichen und praxistauglichen Hybridtechnik ausstattet“, so Ulrike Kahl, GRÜNE Kreisrätin.

Die Hälfte aller Strecken in Deutschland sind nicht elektrifiziert und werden hauptsächlich von konventionellen Dieselloks und Dieseltriebwagen befahren. Jene verbrennen fossile Energieträger, sind laut und stoßen CO2 aus. Daher führten die Überlegungen zweier DB Regionetz-Mitarbeiter, künftig auch auf oberleitungsfreien Strecken umweltfreundlicher und effizienter zu fahren, zum Eco-Train-Projekt, in welches sowohl das Fraunhofer Institut, die TU Dresden als auch die TU Chemnitz involviert sind.

Der erste Eco-Train steht bereits in den Startlöchern, doch künftig sollen einmal alle Züge der Erzgebirgsbahn mit dieser neuen modularen Antriebs- und Speichertechnologie, die Kraftstoff spart und Emissionen reduziert, ausgestattet sein.

„Nachdem sowohl Bund als auch Freistaat mit Fördergeldern dieses zukunftsweisende, nachhaltige Projekt unterstützt haben, wäre es für uns nicht nachvollziehbar, wenn ab Dezember die Züge der Erzgebirgsbahn aufs Abstellgleis geschoben werden, nur weil eventuell das billigste Unternehmen das Rennen macht. Welcher Betreiber sonst kann ein solches Hybrid-Kompetenzzentrum vorweisen? Die Erzgebirgsbahn wäre das erste Unternehmen europaweit, welches diese umweltfreundliche Technik im Personenverkehr auf die Schiene bringt. Es wäre unverzeihlich, wenn sich das Erzgebirge wie auch der ZVMS ein solches Vorzeige-Modell "EcoTrain", um welches uns andere Regionen beneiden, entgehen ließen. Darum sollten wir kämpfen - auch in Dresden“, so die Kreisrätin der GRÜNEN.