Weihnachtsbeleuchtung im Erzgebirge: "Alles hat seine Zeit"

Seit mehr als einem Jahrzehnt propagiert die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) ihre Kampagne "Alles hat seine Zeit" und wendet sich mittels dieser Aktion gegen die stetige Vorverlegung der Advents- und Weihnachtszeit in den (Früh-)Herbst. Bereits kurz nach den Sommerferien beginnt der Handel damit, uns all sein Weihnachtswaren-Aufgebot zu offerieren und auch Weihnachtsmärkte öffnen häufig gleich nach dem Ewigkeitssonntag ihre Tore.

 

Viele Menschen - auch hier bei uns im Erzgebirge - meinen daher, schnell nachrüsten zu müssen und dekorieren ihre Häuser und Wohnungen oft schon weit vor dem 1. Adventssonntag mit weihnachtlichem Schmuck.

 

Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge

von Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der GRÜNEN im Erzgebirge

Seit mehr als einem Jahrzehnt propagiert die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) ihre Kampagne "Alles hat seine Zeit" und wendet sich mittels dieser Aktion gegen die stetige Vorverlegung der Advents- und Weihnachtszeit in den (Früh-)Herbst. Bereits kurz nach den Sommerferien beginnt der Handel damit, uns all sein Weihnachtswaren-Aufgebot zu offerieren und auch Weihnachtsmärkte öffnen häufig gleich nach dem Ewigkeitssonntag ihre Tore.

Viele Menschen - auch hier bei uns im Erzgebirge - meinen daher, schnell nachrüsten zu müssen und dekorieren ihre Häuser und Wohnungen oft schon weit vor dem 1. Adventssonntag mit weihnachtlichem Schmuck.

Unverkennbare Folge dessen ist, dass die eigentliche Weihnachtszeit, die am Heiligen Abend beginnt, immer mehr ihren Charakter einbüßt, nur noch wenige Tage danach wirklich begangen wird und spätestens dann nach Neujahr abrupt endet. Der Geschäftswelt geht es gar nicht schnell genug, die Weihnachtsdekoration abzuräumen, um flugs auf Fasching oder Frühling einzustimmen. Folgen wir diesen Mechanismen von Gesellschaft und Kommerz, betrügen wir uns ein Stück weit selbst um die schönste Zeit im Jahr.

All unsere erzgebirgischen Weihnachtsbräuche hatten ursprünglich einen tieferen Sinn und symbolischen Wert, der mehr und mehr verloren gegangen ist. Insofern ist uns bedauerlicherweise ein häufig gesuchtes "Alleinstellungsmerkmal" abhanden gekommen.

Nur noch in den Kirchen ist es den Menschen vergönnt, die Weihnachtszeit aus- und nachklingen zu lassen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass einige Kirchgemeinden ihre Christ- und Mettenspiele zu Jahresbeginn noch einmal aufführen. Dies hilft dabei, den wirklichen Sinn sowie den zeitlichen Ablauf des Weihnachtsgeschehens zu erfassen.

Unter Betrachtung dieser Gesichtspunkte wäre es sicherlich begrüßenswert, der Weihnachtszeit im Erzgebirge einen würdigeren Abschluss zu verleihen. Wenn jedoch nur kommerzielle Gründe und nicht die Authentizität einer Region bzw. der Rhythmus des Kirchenjahres ausschlaggebend für den Kerzenschein bis zu Lichtmess sind, sollte man lieber davon Abstand halten.