Weiteres bekanntgewordenes Neonazi-Konzert im Erzgebirge im Januar 2018

Valentin Lippmann, Innenpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion Sachsen

Bereits am Vorabend (07.01.2018) des verhinderten Auftritts des neonazistischen Liedermachers 'Lunikoff' am 08.01.2018 in Eibenstock fand ein Liederabend mit diesem in der neonazistischen Szene bekannten Musiker in Johanngeorgenstadt statt. Das belegt die Antwort des Innenministeriums auf die Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Valentin Lippmann, innenpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. An diesem Liederabend haben nach Erkenntnissen des Ministeriums rund 20 Personen teilgenommen. Laut Beiträgen in sozialen Netzwerken hat das Konzert im Lokal 'Freie Sächsische Bierkanzlei' stattgefunden.


Hierzu erklärt Valentin Lippmann: "Anscheinend entwickelt sich das Erzgebirge zunehmend zum Hotspot neonazisischer Konzerte in Sachsen. Nachdem im Jahr 2017 im Erzgebirge insgesamt vier Neonazi-Konzerte bekanntgeworden sind, waren allein im Januar 2018 zwei neonazistische Liederabende geplant. Während einer kurzfristig verhindert werden konnte, fand der andere als Geburtstagsfeier getarnt in einer Gaststätte statt.""Die Organisation von als Privatfeiern getarnten Konzerten ist typisch für die rechte Szene. Sie umgeht damit Auflagen und Verbote einerseits und anderseits erfahren Öffentlichkeit und oft auch Behörden meist nichts davon. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein." "Angesichts von rund 50 bekanntgewordenen Neonazikonzerten im Jahr 2017 in Sachsen erwarte ich von Innenminister Roland Wöller endlich ein grundsätzliches Konzept gegen dieses Übel. Hierzu gehören insbesondere eine bessere Zusammenarbeit mit betroffenen Landkreisen und Kommunen, eine Beratung für Gastronomen und eine aktive Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure vor Ort."