Weltwettertag - GRÜNE mahnen Deutschen Wetterdienst zum Erhalt der Wetterwarte auf dem Fichtelberg

Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende der Erzgebirgs-GRÜNEN

Am 23. März wird alljährlich der Internationale Tag der Meteorologie bzw. der Weltwettertag begangen. Er erinnert an die 1950 in Kraft getretene Konvention der Weltorganisation für Meteorologie (MWO). In jenem Jahr begann die friedliche Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Staaten, weil man erkannt hatte, dass sich aus den weltweiten aktuellen Wettermeldungen verlässlichere Wetterprognosen erstellen ließen. Deutschland wird in dieser Weltorganisation durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) vertreten.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge nehmen diesen Tag zum Anlass, um wiederholt an den DWD zu appellieren, die Wetterwarte auf dem Fichtelberg auch nach 2018 noch mit Personal zu versehen. Die ursprüngliche Klimareferenzstation soll ab diesem Zeitpunkt nur noch mittels eines vollautomatisierten Messfeldes betrieben werden. Gemeinsam mit Experten bezweifeln die GRÜNEN, dass dann noch Wetterdaten in der bisher üblichen Qualität geliefert werden können.

Erst zu Beginn des Monats konnte man beispielsweise beobachten, dass die automatisierte Station in Carlsfeld eine Schneehöhe von null Zentimetern registrierte, obwohl auf der Webcam des Ortes eine Schneedecke sichtbar war und sogar Wintersport betrieben werden konnte.

Nicht nur für viele Wirtschafts- und Wissenschaftsbereiche sind verlässliche Wetter- und Klimadaten von großer Bedeutung, der Tourismusbereich ist ebenso darauf angewiesen.

„Auch die Wetterwarte auf dem Fichtelberg selbst ist als kulturhistorisches und denkmalgeschütztes Gebäude ein touristischer Anziehungspunkt, den es in seiner jetzigen Form zu erhalten gilt. Neben ihrer hauptsächlichen Bedeutung für Forschung und Information zieht sie jedes Jahr auch zahlreiche Besucher an“, so Ulrike Kahl von den GRÜNEN.

Im vergangenen Jahr besuchten nach Medienberichten allein am Tag der offenen Tür im Rahmen der 100-Jahrfeier knapp 1000 Bürgerinnen und Bürger die Wetterwarte, aber auch zu anderen Zeiten können Interessenten sich dort kundig machen. Zudem leisten die Mitarbeiter auch Öffentlichkeitsarbeit in Form von Vorträgen zur Geschichte der Wetterwarte oder zu historischen Extremwetterereignissen. Auf dem viel besuchten Gipfel wird täglich ein Schaukasten mit aktuellen Informationen rund ums Wetter, Klimarückblicken und anderen Informationen bestückt.

„Wer soll diese breitgefächerte Arbeit zur Information der Öffentlichkeit weiterführen, wenn das Gelände ab 2019 verwaist ist? Auch diesen Aspekt dürfen wir neben den eigentlichen Aufgaben des Personals nicht vernachlässigen, “, gibt Ulrike Kahl zu bedenken. „Bisher haben schon über 3000 Unterstützer die Petition zum Fortbestand der Wetterwarte unterzeichnet, wir machen gegenüber dem DWD weiter Druck“.