„Zu(g)kunft Erzgebirge" - Schienen statt Schwerlast-Straßen

Symbolische Güterverladung am Bahnhof Johanngeorgenstadt

Mit der Erzgebirgsbahn unterwegs in Europa

Hartmut Kahl und die Sprecher der deutschen und tschechischen Bürgerinitiativen

Wanderung auf den Plattenberg

Dr. Jürgen Schreckenbach mit den grünen Europaabgeordneten Kallenbach und Horacek

Horacek, Kallenbach, Dusik, Haschek (von rechts)

Dr. Jürgen Schreckenbach, BI-Sprecher, überreicht Europaabgeordneter Kallenbach 11.000 Unterschriften

Die erzgebirgischen Grünen haben am vergangenen Sonntag, den 17. Mai, an der grenzüberschreitenden Aktion „Schienen statt Schwerlast-Straßen“ teilgenommen. Dazu hatten die Bürgerinitiative gegen den Bau der B93 und die tschechische Initiative "Bürger für Lebensqualität im Erzgebirge" aus Anlass des 110. Bestehens der Bahnstrecke Johanngeorgenstadt – Karlovy Vary/ Karlsbad gemeinsam eingeladen.

Dr. Hartmut Kahl, sächsischer Bundestagskandidat aus dem Erzgebirge, freute sich über das Engagement:

„Es ist ein gutes Signal für das Zusammenwachsen unserer Grenzregion, dass Tschechen und Deutsche als europäische Bürger vor Ort einen klaren Standpunkt beziehen, anstatt sich mit den undurchsichtigen Entscheidungen in den Hinterzimmern der Regierungskanzleien abzufinden.“

Nach der Anreise mit der Erzgebirgsbahn fand in Horní Blatná/ Platten mit ca. 150 Teilnehmern das „Europa-Forum Zu(g)kunft Erzgebirge“ statt, bei dem über Perspektiven des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs diskutiert wurde.

Herr Robert Koutny von der Karlsbader Bahnverwaltung informierte über die jüngsten Bau- und Modernisierungsvorhaben auf der Strecke und betonte die Perspektiven des Bahnverkehrs für den örtlichen Personennahverkehr, den Tourismus und den Güterverkehr.

Herr Miroslav Zitka, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Bezirk Karlsbad, warb für eine Bahnverbindung zwischen Karlovy Vary und Zwickau mit einer Fahrzeit von 90 Minuten, die sich mittelfristig in die Strecke Wien-Prag-Berlin eingliedern müsse.

Jan Dusik, stellvertretender tschechischer Umweltminister und Spitzenkandidat der tschechischen Grünen für die Europawahl, beschrieb die nachteiligen Folgen des Schwerlastverkehrs als eine Schattenseite des europäischen Binnenmarktes und sprach sich für eine Stärkung der Schiene als umweltfreundlicheres Verkehrsmittel aus.

Der Bau einer autobahnähnlichen Transitstraße über den Erzgebirgskamm von Zwickau nach Karlovy Vary stieß auf vehemente Ablehnung.  So auch bei Johanngeorgenstadts Bürgermeister Holger Haschek (SPD), der allerdings für einen Neubau mit Tunnel- und Brückenbauwerken oder einen teilweisen Ausbau schon bestehender Straßen eintrat.   

     
Milan Horacek aus Prag und Gisela Kallenbach aus Leipzig, beide Mitglieder des Europäischen Parlaments in der Fraktion der European Greens, nahmen aus den Händen von  Dr. Jürgen Schreckenbach, dem Sprecher der Bürgerinitiative, 11.000 Unterschriften gegen den Bau der Straße entgegen, die sie dem Europäischen Petitionsausschuss übergeben werden. 

Peter Maglia von dem tschechischen „Bürgerverein für Lebenqualität im Erzgebirge“ kündigte seinerseits die Übergabe einer Petition an die Karlsbader Bezirksregierung an, deren Vertreter sich am Sonntag wegen anderer Termine entschuldigen ließ.

Im Anschluss an das Forum erklommen die Teilnehmer nach einer geologisch geführten Wanderung den Plattenberg (1043 m. ü N.N.), um den Tag mit einem „Europäischen Weitblick“ zu beenden.