Zukunft der Fichtelberg-Wetterwarte: GRÜNEN-Abgeordneter Kühn sprach in Berlin mit dem Präsidenten des Deutschen Wetterdienstes

Stephan Kühn, Bundestagsabgeordneter der Sächsischen GRÜNEN

Der sächsische Grünen-Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn traf sich am 2. Juni mit dem Präsidenten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Prof. Dr. Adrian, in Berlin.

Dabei verwies Prof. Adrian auf die zunehmende Arbeitsverdichtung mit zusätzlichen Arbeitsfeldern bei gleichzeitigem Personalabbau, der den Automatisierungsdruck auf das Beobachtungsnetz erhöhe. In den letzten 10 Jahren fand ein Personalabbau beim Deutschen Wetterdienst von 350 Beschäftigten bzw. 15 Prozent aller Beschäftigten statt. Die derzeit noch als Wetterbeobachter tätigten Beschäftigten auf den Wetterstationen haben ein Vorrecht bei der Besetzung der derzeit über einhundert offenen Stellen beim Deutschen Wetterdienst. 

Hinsichtlich der Frage eines drohenden Qualitätsverlustes der klimatologischen Messreihen durch die Umstellung auf automatischen Betrieb der Wetterstationen, betonte der DWD-Präsident die hohe Zuverlässigkeit der automatisierten Messungen. Allerdings musste er einräumen, dass nicht alle Daten in vergleichbarer Form erhoben werden können. Das Schnee-Wasser-Äquivalent kann mittels Satellitenerfassung nur für eine größere Fläche, nicht aber standortgenau erfasst werden. 

Auf die Zukunft des Gebäudes der Wetterstation auf dem Fichtelberg angesprochen, machte Prof. Adrian deutlich, dass für die Technik zur automatischen Datenerfassung nur ein Container erforderlich sei. Das nicht mehr benötigte Gebäude würde in diesem Fall dann an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zur Verwertung übertragen.

Zu den Ergebnissen des knapp einstündigen Gesprächs erklärt Stephan Kühn:

„Solange der Sparkurs der Bundesregierung beim Personal des Deutschen Wetterdienstes kein Ende findet, wird sich an den Automatisierungsplänen bei den Wetterstationen nichts ändern. Auch nach dem Gespräch mit dem DWD-Präsidenten ist für mich die Sorge um einen

Qualitätsverlust der klimatologischen Messreihen durch die Automatisierung nicht ausgeräumt. Bewegung in die Angelegenheit kann jetzt nur noch die Petition an den Deutschen Bundestag bringen, die voraussichtlich in der letzten Juni-Woche übergeben wird.“