GRÜNE sehen geplanten Flächenverbrauch für neues Gewerbegebiet in Stollberg kritisch - Zunehmende Versiegelung lässt Hochwassergefahr steigen

Ulrike Kahl, Kreisrätin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge

Die GRÜNEN sehen die Stollberger Pläne, ein neues großes Gewerbegebiet mit über 20 Hektar Fläche westlich der Autobahn zu schaffen, skeptisch und verweisen auf den zunehmenden Flächenfraß.

So werden im Freistaat trotz rückläufiger Bevölkerungsentwicklung täglich 4,3 Hektar versiegelt, das entspricht einer Größe von sechs Bundesliga-Fußballfeldern. Zeitgleich verlieren wir auf diese Weise kostbares Ackerland, Wiesen und Wälder.

„Wir GRÜNE sehen im Stollberger Raum nicht nur die Gefahr des Landschaftsverlustes, sondern befürchten vor allem negative Auswirkungen auf die Hochwassersituation. Die jüngsten Hochwasserjahre 2013, 2010 und 2002 liegen uns noch alle gut in Erinnerung, als das Wasser der Würschnitz über die Ufer trat und in Grundstücke, Keller und Erdgeschosse von Wohnhäusern, Geschäften und Unternehmen drang. Die Fluten, die Klaffenbach und Harthau ereilten, haben nicht zuletzt auch ihre Ursachen im zunehmende Flächenverbrauch im Einzugsgebiet der Chemnitz-Zuflüsse“, so Volkmar Zschocke, Landtagsabgeordneter der GRÜNEN.

 „Bei häufiger zu erwartenden Extremwetterereignissen müssen wir zusehen, dass die Flächeninanspruchnahmeweiter zurückgefahren wird. Und wenn Kommunen bauen und erweitern möchten, dann muss auch um näheren Umfeld 1:1 entsiegelt und renaturiert werden. Wenig nützlich ist da das Argument, diese Ausgleichsflächen irgendwo in den Kammlagen des Erzgebirges zu schaffen. Das bringt keine Abhilfe für Würschnitzanlieger.“, so der Landtagsabgeordnete. 

Auch der Kreisrätin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirgskreis, Ulrike Kahl, ist nur zu verständlich, wenn Bauprojekte solchen Ausmaßes begründete Ängste bei Bürgerinnen und Bürgern wecken.

„Wir berauben uns nicht nur unserer Kulturlandschaft, sondern gehen äußerst fahrlässig mit dem Schutzgut Boden um. Erst jüngst hat der Kreistag das in die Zukunft weisende Entwicklungskonzept beschlossen, wo als verbindliches Ziel die Reduzierung des Flächenverbrauchs im Erzgebirge fixiert wurde. Auch sehe ich das Problem, dass wir dann zwar groß angelegte Gewerbegebiete haben, aber möglicherweise die dazu nötigen Fachkräfte fehlen. Denn um jene ist in allen Regionen unseres Landes ein harter Wettbewerb entbrannt.“

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag hat aktuell einen Gesetzentwurf zur Begrenzung des Flächenverbrauchs vorgelegt:http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=14409&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=0&dok_id=undefined