GRÜNER Landtagsabgeordneter: Zeit des Wartens längst vorbei - Handeln ist jetzt erforderlich! Geplanter Bau von Eigenheimen auf 180 ha Fläche in Amtsberg ist invasiverer Eingriff in Landschaft und Natur als Windkraftanlagen

Zu dem in der Zschopauer Regionalausgabe der Freien Presse geführten Interview mit dem Amtsberger Bürgermeister Sylvio Krause äußert sich Dr. Daniel Gerber, energie- und klimapolitischer Sprecher der GRÜNEN im Landtag, folgendermaßen:
   
"Den Äußerungen des Gemeindeoberhauptes hinsichtlich der Nutzung Erneuerbarer Energien in seiner Kommune ist zu entnehmen, dass Herr Krause die akute Bedrohung, die vom Klimawandel ausgeht, noch nicht erkannt hat. Dann nämlich würde ihm einleuchten, dass der Einsatz regenerativer Energien längst überfällig ist.
Der geplante Bau von Eigenheimen auf ca. 180 ha stellt einen deutlich invasiveren Eingriff in Landschaft und Natur dar, als wenige Standorte mit Windkraftanlagen, die saubere Energie produzieren.
Obwohl der Erzgebirgskreis perspektivisch bis 2035 sachsenweit den höchsten Bevölkerungsverlust [https://www.mdr.de/sachsen/prognose-bevoelkerung-einwohner-demografischer-wandel-100.html] zu beklagen haben wird,  forciert die Gemeinde die Schaffung neuer Wohnsiedlungen.
Insbesondere für Amtsberg  gehen die jüngsten Prognosen des Statistischen Landesamtes von über 15,2 % Bervölkerungsrückgang aus [https://www.mdr.de/sachsen/prognose-bevoelkerung-einwohner-gemeinden-orte-demografischer-wandel-karte-100.html#sprung2], wobei Zuzüge bereits eingepreist sind. Geht es nach dem Willen des Bürgermeisters, droht die Verödung des Ortskerns, während gleichzeitig wertvolle landwirtschaftliche Nutzflächen mit Wohnsiedlungen versiegelt werden. Ungeklärt ist zudem, wie die Siedlungen künftig mit Energie versorgt werden sollen.
Das ist sowohl eine Zumutung für Landwirtschaften, die ihre Böden opfern müssen, als auch eine Verantwortungslosigkeit gegenüber künftigen Generationen, die diese Versäumnisse beim Umbau des Energiewesens ausbaden müssen.
Die Zeit des Wartens ist längst vorbei. Es muss jetzt gehandelt werden!
Mit der Energiegewinnung aus Windkraft steht bereits jetzt eine zukunftsfähige Technologie zur Verfügung.
Die geringen Belastungen durch die erneuerbaren Energien stehen in keinem Verhältnis zu den immensen Schäden des Braunkohleabbaus, weshalb der Einwand von Herrn Krause zurückgewiesen werden muss. Man denke nur an Klimafolgeschäden, an die Absenkung des Grundwasser, ganz zu schweigen von den Folgekosten für die Renaturierung der entstehenden Mondlandschaft.”