Grüner Oberbürgermeisterkandidat für Schwarzenberg: Roland Küblböck

Sehr geehrte Schwarzenberger*innen, Mitstreiter*innen und Parteifreund*innen,

hiermit möchte ich mich und meine Ziele als Grüner Kandidat für die OB Wahl am 20.09.2020 in Schwarzenberg vorstellen.

Mein Name ist Roland Küblböck (s. auch www.roland-kueblboeck.de). Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder (17 und 11) und lebe seit 13 Jahren in Schwarzenberg.

Ich wurde 1966 in Nürnberg geboren und bin dort aufgewachsen. Nach Erreichen des qualifizierten Hauptschulabschlusses habe ich eine Lehre bei Siemens als Dreher abgeschlossen. Dort  war ich bei der Betriebsfeuerwehr tätig. Meinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr leistete ich von 1987 – 1989 ab und bin als Unteroffizier der Reserve ausgeschieden. Auf dem zweiten Bildungsweg holte ich meinen Realschulabschluss und anschließenden die allgemeine Hochschulreife nach. Ich habe mich bewusst für das Studium der Veterinärmedizin in Leipzig  (1994-2000) entschieden und dort Sachsen und meine zukünftige Frau aus Eibenstock kennen und lieben gelernt. Nach mehreren Jahren Praxistätigkeit in Franken und meiner Qualifikation zum Fachtierarzt haben wir uns entschieden, wieder in die alte Heimat meiner Frau zu ziehen und dort eine Kleintierpraxis zu eröffnen. Unsere Wahl fiel auf Schwarzenberg.

Seit 2007 wohnen wir nun hier und die Stadt ist mir zur Heimat geworden. Besonders die schöne Altstadt, die vielen kulturellen Angebote und die wunderbare Natur des Erzgebirges sind mir ans Herz gewachsen. Seit unserem Umzug nach Schwarzenberg bin ich als Fachtierarzt für Geflügel beim Tiergesundheitsdienst der Sächsischen Tierseuchenkasse (TSK) angestellt. In meiner Funktion als Geflügelgesundheitsdienst bin ich beratend für Landwirte, Tierärzte und auch Veterinärbehörden tätig und fungiere auch als Bindeglied zwischen Betrieben und Behörden. Ich halte Vorträge und organisiere Fortbildungsveranstaltungen für Tierärzte und Geflügelhalter.

Daneben bin ich Personalrat und stellvertretender Geschäftsstellenleiter der TSK in Penig. Ich bin evangelisch, aber durch meine katholische Frau und Kinder trifft man mich häufiger in der katholischen Kirche an, zeitweise habe ich dort auch im Kirchenchor mitgesungen.

Durch meine schulpflichtigen Kinder bin ich auch in der Schule als stellvertretender Elternsprecher eingebunden und bin Mitglied im Förderverein des BB Gymnasium. Meine Hobbies sind Laufen, Wandern und Reisen. Dabei ändert sich der Blickwinkel auf viele Dinge. Der Natur- und Umweltschutz waren schon immer mein Interesse und ich bin seit über 20 Jahren Mitglied des WWF.

Die politischen Entwicklungen der letzten Jahre mit dem Rechtsruck in Teilen der Gesellschaft, der Aufweichung der Klimaziele durch die Bundesregierung, die Braunkohlepolitik der Sächsischen CDU, der Artenrückgang und die Plastikflut in den Meeren haben in mir das Bedürfnis entfacht, mich aktiv in die Politik einzubringen. Seit Herbst 2018 bin ich Mitglied von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und seit der Kommunalwahl 2019 sitze ich für unsere Partei im Stadtrat. Einmal im Monat bieten wir Grünen Stadträte den Schwarzenberger Bürgern eine Sprechstunde an.

Meine persönlichen Stärken sind, dass ich auf Menschen zugehen und zuhören sowie Konflikte konstruktiv lösen kann. Mir ist der Umgang mit behördlichen Strukturen vertraut und ich kenne sowohl Interessen von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite. Ich habe einen objektiven unverstellten Blick auf Schwarzenberg und bringe frische Ideen für die Stadtentwicklung mit. Ich will für eine bürgernahe zukunftsweisende Stadtentwicklung als OB Kandidat antreten!

 

Meine wichtigsten Ziele sind:

Klima

Wir befinden uns mitten im Klimawandel. Deshalb müssen wir auch vor Ort unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten:

- Ausbau des städtischen Klimaschutzkonzeptes mit energetischer Sanierung kommunaler Gebäude und Errichtung von Solaranlagen auf deren Dächern

- Erstellen eines Solarkatasters für die Stadt und Einstellung eines städtischen Energieberaters

- Aufbau eines interkommunalen Netzwerks  für gemeinsame Klimaschutzstrategien und Erfahrungsaustausch in der Region aber auch überregional

- Umbau des Stadtwaldes, der immerhin 358 ha umfasst, zu einem stabilen Mischwald

- Die Stadt muss Vorbild im Kreis werden, das Ziel ist eine CO2 neutrale Stadt!


Infrastruktur

An der Infrastruktur entscheidet sich die Zukunftsfähigkeit des Standorts. Schwarzenberg muss attraktiver für Gewerbe und Menschen werden:

- Belebung des Stadtzentrums und der Ortsteile durch Revitalisierung der Leerstände über Förderprogramme

- Einführung eines regelmäßigen Wochenmarktes in der Altstadt  

- Den ÖPNV durch bessere Angebote, wie häufigere Taktung und zusätzliche Haltepunkte attraktiver gestalten. Einrichten einer ÖPNV APP

- Die Ortsteile durch den ÖPNV besser vernetzen, bei Bedarf eine weitere Stadtbuslinie einführen

- Ausbau und Pflege von Radwegen, um die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen

- Um die Nutzung von Elektrofahrzeugen voran zu bringen, ist die Infrastruktur der öffentlichen Ladesäulen für PKW und E-Bikes zu verbessern.

- Erstellen eines zukunftsträchtigen Verkehrs- und Parkraumkonzeptes, das die Veränderungen der individuellen Mobilität berücksichtigt, dazu gehören auch Fußgängerüberwege und Zebrastreifen im gesamten Stadtgebiet sowie Tempo 30 Zonen in Wohngebieten

- Augenmerk auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Handicap

- Aus Erfahrungen anderer Kommunen mit alternativer Personenbeförderung, wie Ruftaxis oder sogenannten Mitfahrbänken lernen

- Schnelles Internet muss weiter ausgebaut werden, dazu bestehende Förderprogramme des Bundes nutzen


Natur

Der Artenschutz und die Erhaltung unserer Natur gehört als Hauptziel in das städtische Grünordnungskonzept.

- Neu angelegte Blühstreifen, sogenannte „Bienenweiden“ verschönern nicht nur das Stadtbild, sondern bieten auch wertvollen Lebensraum für Insekten.

- Verzicht auf schädliche Pflanzengifte im öffentlichen Raum

- Bäume verbessern das Stadtklima, spenden Schatten und machen die Stadt lebenswerter, deshalb müssen mehr Bäume im Stadtgebiet gepflanzt werden.

- Um den Flächenfraß zu stoppen, sollte für jede neu versiegelte Fläche an anderer Stelle eine Fläche entsiegelt werden, das dient auch der Hochwasservorsorge.

- Kanalisierte und verrohrte Wasserläufe sollten wieder an die Oberfläche gebracht und naturnah gestaltet werden.


Bürgerschaft und Vereinsleben

Das ehrenamtliche Engagement der Bürger*innen in Verein, Kultur und öffentlichem Leben ist das Rückgrat einer funktionierenden Gesellschaft, deshalb ist es intensiv zu fördern.

- Ehrenamt stärken und würdigen durch Einführung der Ehrenamtskarten und Angeboten für ihre Nutzung

- Unterstützung von Veranstaltungen der Vereine und Tag der Vereine feiern

- Schnuppermitgliedschaften durch die Stadt fördern

- Regelmäßige Berichterstattung aus den Vereinen in einer stadteigenen Infobroschüre

- Das Selbstbewusstsein und Eigeninitiativen der Ortsteile durch Bürgerhaushalte fördern

- Bürgersprechstunden ausbauen

- Generationen zusammenführen durch Projekttage in den Schulen und darüber hinaus, sowie Einrichtung eines Kinderparlamentes

- Aktionen für eine integrative Gesellschaft und ein friedliches Zusammenleben unterstützen und organisieren

 
Kultur und Tourismus

Schwarzenberg liegt als große Kreisstadt im Herzen des Erzgebirges und wird zu einem der zentralen Punkte für Tourismus und Kultur in der Region ausgebaut:

- Schwarzenberg sollte im Rahmen eines sanften Naturtourismus in ein attraktives Wanderwegenetz als zentraler Punkt eingebunden werden.

- Um den aktuellen Trend der Schließung von Beherbergungsunterkünften zu stoppen und um die benötigten Übernachtungskapazitäten vorhalten zu können, sollte die Stadt nach ihren Möglichkeiten Rahmenbedingungen schaffen, die den Erhalt und die Schaffung neuer Unterkünfte ermöglichen.

- Die Errichtung eines Naturkundehauses in Schwarzenberg, analog den Nationalparkhäusern dient der Wissensvermittlung erzgebirgischer Natur und Erdgeschichte. Zur Ausführung kann man versierte Kooperationspartner, wie WWF, BUND oder NABU mit ins Boot holen.

- Die Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen in der Stadt weiter fördern und durch digitale Medien einem breiteren Publikum zugänglich machen

- Der Welterbetitel Montanregion muss weiter mit Leben erfüllt werden. Dazu gehört es auch mit den tschechischen Nachbarn intensiv zusammen zu arbeiten.

- Neben den bisherigen Partnerstädten sollten noch weitere Internationale Partnerstädte gewonnen werden und ein reger Austausch stattfinden. Regelmäßiger Schüleraustausch und eine Koordinierungsstelle in der Stadt beleben die Partnerschaften. Dadurch wird der eigene Blickwinkel erweitert und fördert das Verständnis für andere.

- Darüber hinaus wäre die Mitgliedschaft der Stadt in nationalen und  internationalen Netzwerken lebenswerter Städte, wie „Cittaslow“ für die Nachhaltigkeit und Lebensqualität sinnvoll um Traditionen und Innovationen zu verbinden.

 
Wirtschaft

Gewerbe und Industrie sind der Motor einer Gesellschaft, der immer reibungslos laufen muss. Dabei hat die Kommune nur bedingt Einfluss auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, den sollten wir aber in seiner ganzen Breite ausschöpfen.

-  Bei immer längeren Öffnungszeiten  des Einzelhandels und flexibleren Arbeitszeiten sollte auch die Möglichkeit einer längeren Kinderbetreuung geschaffen werden.

- Bei fehlenden (Fach-)Kräften sollte die Stadt ein Netzwerk zu Arbeitskräfteportalen fördern, dass eine schnelle Vermittlung möglich macht.

- Es muss der Erhalt und die Ansiedlung von Berufsschulen in Schwarzenberg beworben und die Ausbildung in den Betrieben gefördert werden, um eine Abwanderung der Schulabsolventen zu verhindern.

- Nachqualifizierungen zusammen mit den Arbeitgebern und Kammern fördern

- Deutschkurse für Arbeitskräfte aus dem Ausland ausbauen und den individuellen Gegebenheiten in den Betrieben anpassen

- Regelmäßige Durchführung einer lokalen Gewerbeschau