Stärkere Verkehrsbelastungen durch neuen Knotenpunkt in Lauter auf B 101 zu erwarten - GRÜNER fragt bei Staatsregierung nach

Ulrike Kahl, Vorsitze der Kreistagsfraktion der GRÜNEN im Erzgebirge

Auf einer innerörtlichen Brachfläche an der B 101 in Lauter, den ehemaligen Bausch-Werken, soll sowohl ein Verbraucher- als auch ein Drogeriemarkt mit insgesamt 2.550 m²  Verkaufsfläche entstehen. Dazu wurde seitens der Stadt ein Bebauungsplan aufgestellt. Die verkehrliche Hauptanbindung des Vorhabenstandortes soll über die Bundesstraße B 101, die als wichtigste Verbindungsachse zwischen den Städten Schwarzenberg und Aue fungiert, erfolgen. 

Seit Jahrzehnten ist die Ortsdurchfahrt der B 101 Lauter als Nadelöhr und Stauschwerpunkt, vor allem während der Hauptverkehrszeiten bekannt. Ein seit langem geplanter Ausbau im Bestand  mit Optimierungsmaßnahmen soll einen flüssigeren Verkehr ermöglichen, wartet aber noch immer auf Umsetzung.

Da speziell das geplante Einkaufszentrum noch weiteren örtlichen wie auch überörtlichen Verkehr auf dieser Bundesstraße nachsichziehen wird und mittels zusätzlicher Abbiegespuren an die B 101 angebunden werden muss, fragte der Landtagsabgeordnete der GRÜNEN, Volkmar Zschocke, zur Problematik bei der Staatsregierung nach.Das Wirtschaftsministerium führt in seiner Antwort aus, dass die Entwicklung des Verkehrsaufkommens bisher um die 17 000 KfZ pro Tag stagniert.

Zur Verkehrsanbindung des Einkaufszentrums hat das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) seit 2016 mehrfach Stellungnahmen mit entsprechenden fachlichen Maßnahmen abgegeben. Auch würde ein zusätzlicher Knotenpunkt nach Aussage der Staatsregierung die Durchlässigkeit und Leichtigkeit des Verkehrs erheblich beeinträchtigen. Des Weiteren wurde auf die ungünstige Lage der Anbindung des Einkaufsmarktes im Innenkurvenbereich verwiesen.

Das LASuV fordert daher den Nachweis der Leitungsfähigkeit des Knotenpunktes, die Prüfungen der Sichtfelder und die Prüfung einer rückwärtigen Erschließung des Standortes.

Zudem wollte der GRÜNE Landtagspolitiker wissen, was von Seiten der Staatsregierung unternommen wird, um sowohl die Verkehrssicherheit der Fußgänger zu erhöhen als auch die Lärmbeeinträchtigungen der Anwohnerinnen und Anwohner zu reduzieren. In seiner Antwort verweist das Wirtschaftsministerium auf den Abschnitt Anton-Günther-Str. bis Alte Auer Straße sowie auf zwei Knotenpunkte, die sicherer und durchlässiger gestaltet werden sollen. Ebenso befürwortet man durchgängige Fußwegverbindungen. 

Belange des notwendigen Lärmschutzes sollen mittels passiver Schallschutzmaßnahmen für insgesamt zehn Gebäude Beachtung finden. Anderseits muss die Regierung jedoch einräumen, dass eine wirksame Reduzierung der Lärmbelastung durch aktive Schallschutzmaßnahmen an der B 101 in Lauter derzeit nicht möglich ist.

Um aus Lärmschutzgründen Geschwindigkeitsreduzierungen vornehmen zu können, müsste die Stadt Lauter einen Antrag an die zuständige Verkehrsbehörde im Landratsamt stellen, die letztlich dazu eine Entscheidung herbeiführen müsste, so die Staatsregierung.

"Da Geschwindigkeitsreduzierungen sowohl zu mehr Verkehrssicherheit als auch zur Lärmreduzierung  beitragen, sollten die Lauterer - gerade bei Etablierung eines weiteren Knotenpunktes und im Hinblick auf eine älter werdende Bevölkerung - ernsthaft darüber nachdenken, einen solchen Antrag auf den Weg zu bringen", so Ulrike Kahl, Kreisrätin der GRÜNEN.